Natur- und Umweltschutz

Das Turner-Alpen- Kränzchen leistet in vielen Bereichen einen Beitrag zum Naturschutz: So wird im Tourenprogramm versucht, die Anreise umweltschonend zu gestalten, und das Thema Naturschutz in das Ausbildungsprogramm integriert. Der Verein betreibt Umweltbildung für Kinder und beachtet den Umweltschutz beim Umbau seiner Hütten.

Aber Umweltschutz geht alle Mitglieder an! Niemand kann sich zurücklehnen und darauf warten, dass andere es schon richten werden. Allen Bergsportlern im Alpenverein sollte der Umweltschutz besonders am Herzen liegen! Ist es doch genau diese Umwelt, in der wir alle so gerne unterwegs sind.

Unsere Naturschutzreferentin Christa Hornreich freut sich jederzeit über tatkräftige Unterstützung! Was ihr sonst noch tun könnt, lest ihr in unseren Tipps:

1. Abfall mit ins Tal nehmen

Taschentücher und Bananenschalen verschandeln nicht nur die Landschaft. Taschentücher sind heute extrem reißfest und damit auch sehr schlecht biologisch abbaubar. Das gleiche gilt für Biomüll wie Schalen von Bananen und anderer Tropenfrüchte. Ihr Abbau dauert im Gebirge bis zu zehn Jahre. Denn Tropenfrüchte sind an ein warmes, feuchtes Klima gewöhnt, in dem es vor Mikroben und Parasiten nur so wimmelt. Zum Schutz haben sie Abwehrstoffe auf der Schale, die hierzulande den Verrottungsprozess hemmen.

2. Müll vermeiden

Eine gute Brotzeit und genügend zu trinken sind wichtig für jede Tour. Wichtig ist aber auch, dass die Verpackung wiederverwertbar ist! Die gute alte Brotzeitdose oder schicke Podukte wie Snack & Go (wiederverwendbare Brotzeittüten) helfen, Plastikmüll zu vermeiden. Wiederverwendbare Flaschen gibt es in allen Varianten und Größen.

3. Augen auf beim Kleiderkauf

Bergbekleidung wird, wie andere Kleidung auch, meist in Billiglohnländern unter schlechten Arbeitsbedinungen hergestellt. Beim Kauf sollte deshalb auf die Herstellung geachtet werden. Es gibt auch noch Firmen, die in Deutschland fertigen! Zudem sollte man bedenken, dass wasserabweisende Funktionskleidung oft Fluorverbindungen (perfluorierte Kohlenwasserstoffe) enthält. Diese sind gesundheitsschädlich und praktisch nicht abbaubar. Daher sind sie inzwischen überall in der Umwelt anzutreffen. Manche Hersteller haben inzwischen Produkte, die ohne diese Chemikalien auskommen. Am besten hochwertige Produkte kaufen und diese dann möglichst lange tragen! Es gibt auch Firmen, die Sportartikel reparieren oder recyceln. Und: Kleidung immer mit Sprays imprägnieren! WashIn-Produkte gehen über das Abwasser in die Umwelt.

4. Die Anreise umweltverträglich planen

Für alle TAK-Touren und Ausbildungen gelten die zehn grünen Regeln – ein Richtwert auch für private Unternehmungen:

  1. Die Sektion schließt sich der Empfehlung des DAV an, vermehrt Mehrtagestouren zu unternehmen.
  2. Die Anreise erfolgt, soweit möglich und sinnvoll, mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
  3. Für Fahrten, bei denen vollständig auf Autos verzichtet wird, erhalten die Tourenleiter einen Bonus als Aufwandsentschädigung.
  4. Die grünste Tour des Jahres wird ausgezeichnet.
  5. Für die Anreise mit Autos werden gut ausgelastete Fahrgemeinschaften gebildet.
  6. Auf Autobahnen wird eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h eingehalten.
  7. Es gibt Grenzwerte für das Verhältnis Anfahrt / Tourendauer bei Anreise mit dem Pkw: Tagestouren: Für die Entfernung vom Tourenziel werden als Maximalwert 150 Kilometer einfache Strecke am ersten Tourentag empfohlen. Mehrtagestouren: Je weiterer Tourentag können 100 Kilometer addiert werden (3 Tourentage: 350 km Entfernung zum Tourenziel).
  8. Die Entfernung zum Ziel wird in der Tourenausschreibung angegeben.

Die letzte Meile: Oft scheitert die Anreise mit Bus und Bahn an einer fehlenden Verbindung für die letzten Meter zum Ausgangspunkt – oder daran, dass am Sonntag kein Bus mehr fährt. Hier hilft ein Taxi weiter. Kontakte findet man im Internet oder über den lokalen Tourismusverband. Oft gibt es Sammeltaxis, sodass die Kosten pro Person sehr überschaubar bleiben.

5. Carsharing nutzen

Der TAK ist Mitglied beim Münchner Carsharing-Anbieter StattAuto. Tourenführer können dort Autos und Kleinbusse ausleihen. Die Kostenabrechnung erfolgt direkt beim Tourenführer. Ein Kleinbus kostet etwa 35 Euro am Tag plus etwa 35 Cent pro Kilometer. Damit kostet eine 250 Kilometer weite Fahrt mit sechs Leuten im Auto etwa 20 Euro pro Person. Kommt Carsharing auch für Sie in Frage?

6. Buchtipps

Interessante Touren mit kurzer Anreise oder Anreise mit Bus und Bahn

  • Münchner Berge mit Bus und Bahn: Der aktuelle Führer enthält schöne Touren, meist Überschreitungen, die sich nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführen lassen
  • Wilde Berge – Bayerische Alpen (Rother Verlag): Für die, die es etwas anspruchsvoller möchten. Unbekannte und wenig begangene Steige in den Bayerischen Alpen, die Ausdauer, Trittsicherheit und Orientierungssinn erfordern
  • Gerettete Landschaften (Rother Verlag): Wanderungen in Naturschutzgebieten in Bayern (nicht nur in den Alpen)
  • Barfußwandern Münchner Berge und Alpenvorland (Rother Verlag): Eine interessante Alternative mit hohem Erlebniswert und Spaßfaktor
  • BIKE Guide München: 30 top Mountainbike-Touren im S-Bahn-Bereich der bayerischen Biker-Hauptstadt
  • WinterErlebnisTouren mit Kindern – Münchner Berge (Rother Verlag): Unterwegs mit der Familie bei jedem Wetter. Es gibt im Winter mehr Skifahren für die Kinder