Die Möglichkeiten den höchsten Gipfel Tirols zu erreichen sind vielfältig: als Sommer- oder Winterbesteigung, über den Normalweg, über einen der Grate, durch die Nordwand, mit Übernachtung auf der Breslauer Hütte, der Braunschweiger Hütte, der Vernagthütte oder dem Taschachhaus oder ganz ohne Übernachtung mit Seilbahnunterstützung aus dem Pitztaler Skigebiet.
Wir entschieden uns für eine Skihochtour über den langen und seilbahnfreien Weg von Vent über die Vernagthütte. Beim Hüttenzustieg am 20.04.2018 mussten die Ski schon ein gutes Stück getragen werden. Das war uns im Vorfeld durchaus bewusst, aber das sollte uns der Gipfel auch wert sein. Nach frühem Frühstück ging es am Samstagmorgen entlang der Randmoräne auf den Vernagtferner und weiter zum steilen Brochkogeljoch (3423 m). Hier mussten wir vor vier Jahren einen Versuch witterungs- bzw. kältebedingt abbrechen. Kälte sollte dieses Mal aber sicher nicht unser Problem werden. Nördlich unter der stark zurückgegangenen Eisflanke des Hinteren Brochkogels hindurch ging es hinüber zur Wildspitze. Hier trafen wir auf die zahlreichen Tourengeher aus dem Pitztal. Die letzten Meter ab dem Skidepot ging es mit Steigeisen zum Südgipfel (3770 m) hinauf. Trotz insgesamt großem Andrang hatten wir den Gipfel kurze Zeit fast für uns alleine und konnten bei Windstille und annähernd sommerlichen Temperaturen eine gewaltige Aussicht genießen!
Die Abfahrt führte auf dem Anstiegsweg zurück zur Vernagthütte. Auf der sonnigen Hüttenterrasse angekommen, wurden die massiven Flüssigkeitsverluste umgehend mit feinem Kaltgetränk ausgeglichen.
Am Sonntag einigten wir uns auf einen kürzeren Anstieg in Richtung Guslarjoch und eine frühzeitige Abfahrt nach Vent, um vor einer eventuellen Sperrung der einzigen Zufahrtsstraße das Tal verlassen zu können. Die Straße war bereits die vorhergehenden Tage wegen Lawinengefahr jeweils ab mittags gesperrt worden.
Bei noch gut tragfähigem Schnee in der Abfahrt erreichten wir zeitig das Rofental und legten die letzten schneefreien Meter zum Auto über fast kitschig wirkende Krokuswiesen zurück. Wieder einmal ein gelungenes Bergerlebnis mit dem TAK und mit Freu[n]den am Berg!  (AP)