Ein weiteres Mal war das Wetter recht unbeständig angekündigt und nachdem es vorher die ersten Frühlingsanzeichen gab, war es im Vorfeld unklar ob man denn überhaupt eine Schneeschuhtour machen kann.

Am Morgen um halb Acht bestiegen wir die Werdenfels Bahn und hatten, wie immer bei Touren die mit dem ÖPNV bewältigt werden, viel Zeit zu Ratsch und Tratsch. Ein Umstieg in Murnau und dann mit weiter mit der Ammergaubahn bis Unterammergau.

Schon kurz nach München erlebten wir einen Wechsel zwischen Hochnebelfeldern und Sonnenschein. Wir waren erstaunt und hatten offen gesagt dem am Ende doch positiven Wetterbericht – zumindest für den Morgen – nicht recht geglaubt. Schon früh war zu erkennen, dass der Bergstock am Fuß wenig Schnee aufwies. Und als wir Diesen über Bad Kohlgrub und Altenau umrundeten, wurde schon gefragt ob man die Schneeschuhe vielleicht lieber am Bahnhof lässt.

Gelbgraue Wiesnhänge waren zu sehen und ein wenig blinzelten Schneefelder auf den Gipfeln durch. Die Schneeschuhe wurden voller Hoffnung auf den Rucksack geschnallt und gegen 9.30 Uhr ging es hinauf Richtung Drei Marken. Die Sonne war dabei so stark, dass wir uns nach kurzer Zeit unserer Jacken entledigen mussten. Wir folgten dem Lauf der Engen Laine, ein Wirtschaftsweg, und später einem Wanderpfad. Dabei genossen wir immer wieder sonnige Ausblicke in Richtung Ammergauer, konnten jedoch schon die dichten Wolken erkennen die sich aus dem Süden drängten. Als wir dann den Übergang zwischen Rehbreinkopf und Stierkopf erreichten, kam ein kaltes Lüftchen aus Südosten auf, und die Sonne verließ uns. Der etwas steilere Aufstieg durch den Wald zum Stierkopf war dann schon recht vereist und als wir das Hochplateau betraten war klar, dass wir unsere Schneeschuhe doch noch anschnallen durften.

Auf dem Stierkopf war es eisig und so dauerte die Mittagsvesper nicht sehr lange. Wir stapften alsbald hinüber zum Hinteren Hörnle, wo wir auf erste Wanderer trafen. Eine Pause war nach dem kurzen Übergang nicht nötig und es ging hinüber zur Hörnlealm und ohne das Mittlere Hörnle zu besteigen, passierten wir Südseitig und stiegen über einen weiteren breiten Schneehang hinab bis der sich zu einem Wirtschaftsweg verjüngte. Dies war wohl der beliebtere Aufstiegsweg, denn immer mehr Wanderer kamen uns entgegen. Kurz vor dem großen Wiesenhang der bis zur Kapplkirche hinunter reicht, entledigten wir uns der nutzlos gewordenen Schneeschuhe und stiegen eher weglos ab.

Da uns noch etwas Zeit bis zum nächsten Zug in Richtung Murnau blieb, besuchten wir noch ein örtliches Café und kurz vor 15 Uhr waren wir, beglückt von der Tour, auf dem Rückweg nach München.